Schriftzug "Canción del Pirata" von José de Espronceda

Von der Freiheit eines selbsternannten Freibeuters – José de Esproncedas “Canción del Pirata”

Zwischen einem Piraten und einem Freibeuter gibt es einen entscheidenden Unterschied: Während Piraten ohne jede Erlaubnis auf Beutejagd zur See gehen, haben Freibeuter eine Genehmigung einer Institution, etwa einer Regierung um zum Beispiel die Schiffe einer verfeindeten Regierung zu kapern. Sogar das internationale Seerecht unterschied zwischen Piraten und Freibeutern und kannte sogenannte Kaperbriefe an. Damit waren Freibeuter sowas wie Piraten mit Piratenschein und konnten somit nicht als solche angeklagt werden.

Der Protagonist in José de Esproncedas “Canción del Pirata” konnte von so einem Kaperbrief nicht Gebrauch machen und ist ganz im Gegenteil sogar wegen Piraterie zum Tode verurteilt. Dennoch braucht er das Urteil nicht zu fürchten.

Die Trias des Wahren, Schönen und Guten – aus der Zeit und aus dem Sinn?

Die Trias des Wahren, Schönen und Guten ist ein klassisches Ideal, das über lange Zeit das kulturelle und künstlerische Leitbild unserer westlichen Kultur entscheidend geprägt hat. Doch heute ist sie nahezu vergessen. Lediglich ein anachronistisch anmutender Hinweis in der bayerischen Verfassung lässt auf ihre vergangene Bedeutung schließen. Was steckt hinter dem Dreiklang von “wahr”, “schön” und “gut”? Wie kam es zum Aufstieg und warum geriet er nahezu in Vergessenheit?